Bozen 2006

Donnerstag, Januar 19, 2006

Die erste Woche in Bozen

Ich schreibe meine blog jetzt nachträglich:

15-01-2006 – Sonntag
Heute musste ich wieder um 9 aufstehen, da man nur bis 9:30 frühstücken kann. Es ist ungeheuerlich, dass sie die Aufschnitte nicht kennen. Gut, dass sie zumindest den Schinkenaufstrich kennen.
Um 11 bin ich auf die Berge gegangen. Ich dachte, ich wandere 2-3 Stunden, dann bin ich wieder zu Hause; hat aber etwas länger gedauert. Bozen liegt 262 meter hoch. Ich habe bis Oberbozen spaziert, die liegt 1220 meter hoch. Es gab fast den ganzen Weg 25 % Steigung. Schon ganz am Anfang habe ich auf die Zunge getreten. Ich habe immer das rote Signal 6 gefolgt. Landkarte hatte ich natürlich nicht, nur eine Skizze.:) Auf der Karte stand eine grüne Weg, den wollte ich folgen, habe natürlich nicht den gefolgt... Nach einer Zeit habe ich ein anderes Signal – blaues 23 gefunden. Hab’ gedacht, das ist auf der Landkarte der richtige Weg, hab’ halt ihn weiter gefolgt. Ca. nach einer halben Stunde fand ich eine andere Tafel: links blaues 23, rechts runter blaues 2. Dieses war wirklich steil runter, und ging irgendwie in die falsche Richtung. Ich habe für das blaue 23 entschieden. Bald war ich auf einem Bauernhof, der Weg war schlammig, voll mit Schei... und hat nach Biogeruch gestunken... Als ich zum Stall näher kam, hab’ irgendwie kein blaues Signal mehr gesehen. Es ist nur ein Hund geblieben, der zu mir immer näher und näher kam und hab’ noch ein Huhn gesehen das sich tot gestellt hat. Das war die Zeit zurückzukehren. :) War wieder bei der Abzweigung, dann habe ich das blaues 2 gefolgt. Dieser Weg hat mir auch nicht wirklich gefallen. Unterwegs habe ich 2 Leute getroffen. Wir haben uns gegrüßt, aber ich hätte auch noch fragen müssen, wohin der Weg geht. Nach einer halben Stunde war ich in einem Tal, wo ich ein Haus gefunden habe. Das Haus war total verschneit, und unbewohnt. Hab’ ein bisschen rumgechaut, dann bin ich weitergegangen. Hab’ auch eine kleine Brücke überquert, wo ich einen Schild gesen habe. Weiss nicht mehr was genau drauf stand, aber hab’ so gemeint, dass es ein Rundweg ist. Deshalb bin ich zurückgegangen. Es war fast eine Stunde, als ich wieder beim roten Signal 6 war. Dort habe ich wieder jemanden getroffen. :) Das schreibe ich noch lächelnd... :) Er war ein Italiener. Ich wollte ihn schon fragen, wo ich bin, aber er war schneller. Übrigens war er schon ein bisschen besoffen, ungefähr 60 Jahre alt, aber zum Glück hat er gut Deutsch geredet. Wenn ich mich gut erinnere, hiess er Romano. Er fragte was ich auf den Bergen alleine mache, wohin ich gehe, woher ich komme, wie ich heisse, woher ich stamme, wieso spreche ich so gut Deutsch, usw. Er hat mich auch noch mit 2 Küssen gegrüßt (typisch Italiener, oder?:)) Glücklicherweise hat er seine eigene Frage beantwortet wohon ich gehe, weil ich selbst das nicht wusste. :)
Er hat sich riessig gefreut, dass er auf den Bergen eine Ungarin getroffen hat. Ah ja, und er wusste auch wie man „Guten Tag!“ auf Ungarisch sagt!:) Am Ende wollte er noch einen „sexy Kuss“ geben... Ich war aber nicht einverstanden... :) Er hat gesagt – war auch wahr, dass ich noch eine Stunde lang immer hoch gehen muss, dann bin ich in Oberbozen und ich kann mit der Seilbahn wieder nach Bozen fahren. Ich habe mich für die Hilfe bedankt, und bin schnell verchwunden. So um 17 Uhr war ich wieder in der Jugendherberge. :)

12-01-2006 – Donnerstag
Um 3 Uhr morgens bin in Bozen angekommen. Zum Glück habe ich die Jugendherberge relativ schnell gefunden. Um 9 musste ich schon aufstehen, nicht dass ich das Frühstück verpasse, obwohl Hunger hatte ich keinen. Dann bin ich an die Uni gegangen. Ich muss sagen, in dieser kleinen Stadt habe ich die Fakultät nicht wirklich einfach gefunden. Ich habe die Sekretärin(F.C) und den Professor(E.F) kennen gelernt. Die Uni hat ein anderes Gebäude. Ich musste hin, um meinen Studentenausweis und Loginname zu bekommen.
Um halb 9 habe ich M getroffen. Wir sind in einiger Kneipen gegangen, war aber fast alle voll. Wir haben gut gequatscht, sage ich aber nicht worüber.;) Um 1 sind wir nach Hause gefahren.

13-01-2006 - Freitag
So früh (um 9) wegen Frühstück aufzustehen ist eine Quälerei. Na gut, spielt auch rein, dass ich am Mittwoch nicht geschlafen habe – war unterwegs. Um 10 hatte ich einen Termin mit dem Prof. Ich war ja pünktlich! :) Als ich angekommen bin, hat er mir gesagt, dass ich Platz nehmen soll, er kommt gleich wieder. Diese „gleich“ war genau EINE Stunde. Ah, egal. Ich habe in seinem Büro was zum Lesen gefunden, und habe geduldig auf ihm gewartet. Dann haben wir eine Stunde geredet, besser gesagt er hat vorgesellt, woran sie arbeiten, und was meine Aufgabe wäre. Hm, ganz abstrakt. Um 12 Uhr musste ich ihn unterbrechen, da ich einen anderen Termin wegen einer Unterkunftmöglichkeit hatte. Das Mädchen hatte aber so 45 Minuten verspätung :( (hurra, gut, dass ich den Prof unterbrochen habe), und sie hat sogar das Zimmer abgesagt.
Dann bin ich in die Bibliothek gegangen, um Internet zu nutzen. Ich war auch Mittag essen, das war ein Show. :) Es gibt 3 verschiedene Menüs. Ganze mit extra, ganze und reduzierte Menü. Es gibt Vorspeise, Beilage und Hauptmenü. Die Kombination von diesen entscheidet welches Menü man hat. Die Köchinnen reden kaum Deutsch, ich spreche noch weniger Italienisch. Hab’ dann eine Vorspeise und zwei Beilage gewählt, war aber eigentlich auch nicht egal welche Beilage ich nehme. Auswahl gab aber kaum mehr, da es um 14 Uhr war, und in diesem Zeitpunkt macht die Mensa zu. Dann wollte ich bar bezahlen, ging aber nicht, musste erstmal meinen Studentenausweiss mit Geld aufladen. Wusste aber nicht wo und wie. Aber mir wurde alles richtig gezeigt... dauerte etwas länger, da die Kassiererin selbst auch nicht wusste. :)
Nachmittag ging ich zur Bank, wollte ein Konto öffnen. Hm, ich habe mir es überdacht – brauche ich das Konto nicht mehr. Bei der V. Bank hätte ich als ausländische Studentin 125 Euro für ein Jahr bezahlen müssen (Kontoführung, Stempelsteuer und Kontolöschung). Bei der R. Bank wäre es nur 60 Euro gewesen, dazu brauchte ich aber eine Italienische Steuerkarte. Hurra, ich habe sogar keine richtige Unterkunft, so kann ich mich nicht anmelden, ergo Aufenthaltserlaubnis habe ich auch nicht, geschweige Steuerkarte…
Ich habe eine Italienische SIM-Karte gekauft. Meine neue Nummer: +39 347 2435 847 (meine Deutsche und Ungarische Nummer habe ich auch noch).
Abend habe ich M wieder getroffen. Heute waren wir in einer gemütlichen Kneipe, hat mir echt gefallen. :)